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Alibalic triumphiert in Ebingen

vom 03.09.2017

Von Ulrich Mußler, Schwarzwälder Bote

Nina Alibalic hatte im Match-Tiebreak des Finales das bessere Ende für sich. Fotos: Kara Foto: Schwarzwälder-Bote

Die Zuschauer beim 71. Zollern-Alb-Tennis-Turnier der TG Ebingen sind am Sonntag bei den Halbfinals und den Endspielen voll auf ihre Kosten gekommen. Grund zum jubeln hatten am Ende Nina Alibalic und Marlon Vankan.

Schon am Sonntagmorgen bekamen die Zuschauer auf dem Gelände der TG Ebingen Tennis vom Feinsten geboten. Nun gut, die an Nummer zwei gesetzte Australierin Nina Alibalic (TSC Mainz) machte in ihrem Halbfinale mit Alexandra Vecic vom TC Hechingen beim 6:0/6:1 ganz kurzen Prozess. Was aber Valeria Solovyeva (WTA 512) – die Russin vom TEC Waldau war schon einmal die Nummer 163 der Welt und in Ebingen an Position eins gesetzt – und Kathrin Wörle-Scheller, im Jahr 2010 119. der Weltrangliste, boten, war ganz große Klasse.

Valeria Solovyeva scheidet in hochklassigem Halbfinale aus

"Das war das beste Damen-Einzel das es bei diesem Turnier jemals gegeben hat", zeigte sich Angelika Kopf, Klubmanagerin der TG Ebingen, von diesem packenden Duell begeistert. Solovyeva gewann den ersten Satz mit 6:4, doch dann spielte Wörle-Scheller ihre Routine aus, bestimmte das Tempo und entschied Durchgang zwei mit 6:4 für sich. Im Match-Tiebreak behielt die 33-Jährige vom TC Radolfzell, die in Ebingen ihr erstes Turnier in diesem Jahr spielte, dann mit 10:4 die Oberhand.

Und auch im Endspiel war Wörle-Scheller für eine starke Show gut. Sie lieferte sich mit Alibalic immer wieder sehenswerte Ballwechsel, setzte auf Variabilität, während ihre 18-jährige Rivalin ihr mit knallharten Grundschlägen und clever eingestreuten Stops Paroli bot. Wörle-Scheller schnappte sich den ersten Satz mit 6:4, geriet im zweiten aber prompt mit 0:3 ins Hintertreffen. "Ich habe den Satz dann etwas laufen lassen. Im Tiebreak galt dann eben hop oder top. Und das hätte ja beinahe gut geklappt", sagte Wörle-Scheller. Alibalic gewann den zweiten Abschnitt mit 6:2, und so ging es eben in die entscheidende Verlängerung. Und dort legte Wörle-Scheller stark los, erspielte sich zwei Matchbälle – "den beim 9:8 hätte ich machen müssen" – drosch aber beide ins Netz. Danach legte Alibalic mit einem Longline-Ball vor und sicherte sich mit einer krachenden Vorhand den Turniersieg.

"Es war ein sehr schweres Spiel. Im zweiten Satz habe ich meine Chancen besser genutzt. Im Tiebreak hatte ich auch das nötige Glück. Es war ein klasse Turnier, auch wenn das Wetter nicht so toll war", sagte Alibaliic, die in der Weltrangliste derzeit Rang 530 einnimmt. Wörle-Scheller nahm die Niederlage gelassen. "Im Halbfinale habe ich für meine Verhältnisse sensationell gespielt. Ich trainiere ja nicht mehr so viel wie früher. Für ein zweites, langes Match bin ich nicht mehr fit genug. Es hat aber großen Spaß gemacht mal wieder gegen so starke Gegnerinnen zu spielen", sagte die zweifache Mutter. Einen großen Neustart in Sachen Tenniskarriere schließt sie aus: "Ich spiele nur noch nationale Turniere, die in der Nähe sind."