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Da staunt selbst der Trainer

vom 21.08.2017

Von Denis Rink - Allgemeine Zeitung Mainz

Sinja Kraus vom TSC Mainz gewinnt ihren ersten ITF-Titel – und verblüfft damit Babak Momeni

Strahlende Siegerin: Sinja Kraus spielte sich als Ungesetzte durch das gesamte Feld und feierte am Ende überraschend den Turniersieg. Foto: Babak Momeni

MAASEIK - Babak Momeni ist ein bodenständiger und zurückhaltender Typ. Er lobt, aber nicht zu viel. Er freut sich, ist aber selten euphorisch. Es sei denn, eine seiner Tennisspielerinnen verblüfft den Trainer vollkommen. So wie es Sinja Kraus bei ihrem ersten ITF-Turniersieg bei den Junior Open in Masseik (Belgien) getan hat.

„Wenn sie so weiter macht und verletzungsfrei bleibt, wird es mit ihr eine sehr aufregende und spannende Zukunft geben“, sagte Momeni nach dem überraschenden Triumph seines Schützlings. Mit dem Turniersieg in Belgien setzte die 14-jährige Zweitliga-Aufsteigerin des TSC Mainz ihren erfolgreichen Sommer fort. Zuletzt hatte Kraus bei den Europäischen Olympischen Jugendspielen in Györ die Bronzemedaille gewonnen. „Für mich sind diese Erfolge die Bestätigung ihrer akribischen und kontinuierlichen Arbeit“, sagte Momeni.

Für Kraus selbst kam der Turniersieg ebenfalls „völlig überraschend“, wie sie sagte. „Ich hätte nie gedacht, dass ich es so weit schaffe.“ Zumal die Mainzerin als Ungesetzte an den Start gegangen war und eine Favoritin nach der anderen aus dem Wettbewerb warf. „Ich habe mich von Spiel zu Spiel gesteigert“, sagte Kraus. Den ersten Brocken räumte sie in der zweiten Runde mit der an Position sechs eingestuften Lettin Kamilla Bartone in zwei Sätzen (7:5, 6:2) aus dem Weg. „Gegen sie hatte ich vor drei Wochen schon einmal gewonnen und habe wieder sehr gut gespielt“, sagte Kraus.

Die schwierigste Prüfung bestand die 14-Jährige jedoch im Viertelfinale gegen die Topfavoritin Emelie Luisa Schwarte aus Deutschland. „Sie hat sehr schnell und aggressiv gespielt“, musste sich Kraus erst einmal auf den Stil ihrer Gegnerin einstellen. Dafür brauchte die TSClerin genau einen Satz. Nach dem 3:6 bekam Kraus die Topgesetzte immer besser in den Griff.

Comeback gegen die Topfavoritin

„Zu Beginn des zweiten Durchgangs habe ich das Match gedreht“, freute sich Kraus. „Dass sich Sinja in schwierigen Situationen immer wieder behauptet, ist für mich nichts Neues“, sagte Momeni. Dennoch sei so ein Comeback gegen so eine Gegnerin höchst respektabel. Und Kraus sollte in den folgenden Runden auch keinen Satz mehr abgeben. Nicht beim 6:4, 6:4 im Halbfinale gegen Estella Jäger, und auch nicht im Endspiel gegen Anne Knüttel. Wobei die Deutsche nach dem ersten Durchgang (6:2 für Kraus) aufgrund einer Verletzung aufgeben musste. „Ich habe trotzdem von Beginn an sehr stark gespielt – trotz der Wetterverhältnisse“, sagte Kraus mit einem Lächeln. Denn starker Wind und Dauerregen stellten die Finalistinnen vor eine zusätzliche Herausforderung – für einen Satz. Dann war das Finale frühzeitig vorbei.

„Ich freue mich natürlich über meinen ersten ITF-Titel“, sagte Kraus. Gemeinsam mit Trainer Babak Momeni reist sie in den kommenden beiden Wochen zu Turnieren in Frankreich und der Schweiz. „Dort möchte ich genauso gut weitermachen“, sagte Kraus. Wenn ihr das gelingt, wird sie ihren Trainer beim Erfolg in Maaseik nicht das letzte Mal verblüfft haben.