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Fabian Guzik wechselt vom TSV Schott zum TSC Mainz

vom 26.10.2017

von Denis Rink, Allgemeine Zeitung Mainz

Fabian Guzik will mit dem TSC Mainz in der Oberliga eine Menge erreichen. Archivfoto: hbz/Henkel

Ein Urgestein verlässt den TSV Schott Mainz. Nach fast 20 Jahren beim TSV hat sich Fabian Guzik entschieden, in der kommenden Saison für den TSC Mainz in der Tennis-Oberliga aufzuschlagen. Über einen Abschied des 26-Jährigen vom Regionalligisten wurde immer mal wieder spekuliert. Trotzdem ist Guzik der Wechsel „sehr schwergefallen“, wie er gegenüber der AZ sagte. „Ich hatte den Gedanken schon lange im Kopf“, sagte Guzik. Der TSV sei jedoch seit der zweiten Klasse seine sportliche Heimat gewesen. Das verbindet.

„Ich habe dem Verein viel zu verdanken“, betonte Guzik, der jedoch schon eine Weile beim TSC mittrainiert, mit Joel und Nico Rizzi eng befreundet ist, mit Martin Olszowy in einer WG wohnt – das waren schon gewichtige Argumente. „Ich kenne die Jungs vom TSC schon ewig. Wie haben dieselben Vorstellungen vom Tennis“, sagte Guzik.

Auch für TSC-Mannschaftsführer Joel Rizzi ist der Wechsel „der logische Schritt“ und nur eine Frage der Zeit gewesen. „Er hat eigentlich alles bei uns gemacht, nur in der Medenrunde für einen anderen Verein gespielt“, sagte Rizzi, der sich schon lange gewünscht hat, dass Guzik zum TSC kommt. „Wir haben schon eine Weile an ihm gebaggert“, sagte er mit einem Lächeln.

Im Entscheidungsprozess von Guzik wird es sicherlich auch eine Rolle gespielt haben, dass er mit der Entscheidung zu seinem Abschied auch die Zukunft der Regionalligamannschaft beeinflussen hätte können. Denn mit ihm und Steffen Hillenmeier bestand der deutsche Kern des Teams eigentlich nur aus zwei Schott-Spielern. Die drei Ausländer und Constantin Schmitz reisen lediglich zu den Medenspielen an. Aus diesem Grund findet Guzik beim TSC natürlich auch eine ganz andere Trainingssituation vor. „Der Kern der Mainzer Tennisszene spielt dort“, sagte Guzik. „Wir können uns gegenseitig ergänzen und weiterentwickeln.“ Deshalb macht es dem 26-Jährigen auch nichts aus, in der kommenden Saison eine Liga tiefer zu spielen. „Ich bin voll motiviert und möchte mit dem TSC meine Ziele erreichen“, betonte er.

Diese dürfen kurz- bis mittelfristig in der Regionalliga enden – zumindest würden sich das die TSCler wünschen. Und Guzik bildet in diesen Gedankenspielen ein wesentliches Puzzleteil. Denn neben den zwischenmenschlichen Aspekten ist er ohne Zweifel eine erhebliche sportliche Verstärkung für den Oberligisten. „Mit Fabi ergibt es schon Sinn, die Regionalliga anzugreifen und sich dort auch ein paar Jahre aus eigener Kraft zu halten“, sagte Rizzi.

Aus eigener Kraft – das bedeutet in der TSC-Sprache, nicht mit mehr als einem Ausländer zu spielen. „Und mit Fabi ist das absolut machbar“, sagte Rizzi. „Wir haben ein großes Potenzial und wollen mit dieser Mannschaft dann sicher nicht nur um den Klassenerhalt spielen.“

Weil Guzik frühzeitig das Gespräch mit den Schott-Verantwortlichen gesucht und über die vielen Jahre große Verdienste um den TSV hat, ist ihm dort auch niemand böse. „Wir haben absolutes Verständnis für seine Entscheidung“, sagte TSV-Trainer Jörg Daum. „Ich hätte zwar mit ihm gespielt, bis er graue Haare hat, aber nun geht er diesen Weg.“ Daum räumt ein, nach dem Gespräch traurig gewesen zu sein, „aber Fabi hat einen großen Teil seines Lebens beim TSC, deshalb ist für uns alles in Ordnung.“

Zumal die Schottler schon sportlichen Ersatz gefunden haben. „Es klingt komisch, aber durch Fabis Wechsel haben sich für uns viele Möglichkeiten ergeben“, sagte Daum. So bewarben sich auf einmal einige deutsche Spieler beim Regionalligisten. Unter anderem Sven König. Die Nummer 142 der DTB-Rangliste spielte zuletzt in der Württembergliga, studiert nun aber in Frankfurt – und wird in der kommenden Saison für den TSV Schott aufschlagen.

TSV hat mit Sven König schon einen Nachfolger

Damit steht König in der Rangliste sogar besser als Guzik. Da der Neuzugang Jahrgang 98 ist, hofft Daum, dass König auch eine langfristige Rolle in Mainz spielen kann. „Wenn es ihm hier bei uns gut gefällt, kann ich mir das vorstellen“, sagte Daum, der in den vergangenen Wochen schon sehr fleißig war und einen Großteil des TSV-Teams für die nächste Saison zusammengestellt hat. Neben König, Hillenmeier und Schmitz wird der Pole Gregorz Panfil ebenfalls wieder für die Schottler aufschlagen. Zudem wird ein alter Bekannter sein Comeback feiern. Der Tscheche Jaroslav Pospisil, der bis 2011 schon einmal für die Mainzer in der Regionalliga im Einsatz war, kommt zurück. Gespräche mit Kandidaten für den noch freien Ausländerplatz laufen. So sehen sich die Schottler für die Regionalliga-Runde gut aufgestellt – trotz des Abgangs ihres Urgesteins.